Gürtel Prüfungssystem

Das Prüfungssystem der Gürtelgraduierung ist im House of Taekwon-Do nicht nur zeitgemäß, sondern  vielleicht auch einzigartig für Deutschland. Das Prüfungssystem unterscheidet sich bei den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Kurzer Rückblick: Früher und oft immernoch wurden Prüfungen relativ unregelmäßig abgehalten. Auch muss man nach dem traditionellen System oft lange warten, weil die Gruppe der Prüflinge nicht groß genug war, um eine Prüfung abzuhalten. Oder man musste extra lange Fahrwege in Kauf nehmen. D.h. Personen, die eigentlich bereit sind weiterzukommen, mussten unnötig lange warten. Vor allem für Kinder ist allgemein bekannt, dass Warten nicht die Lieblingsbeschäftigung ist. Vor allem nicht, wenn es sich um den neuen Gürtel handelt. Dies führt heutzutage immernoch dazu, dass Kinder die Motivation am Taekwon-Do oder anderen Kampfsportarten verlieren. Auch ist es immer noch so, dass Kinder oder Jugendliche keinen Schwarzgurt erreichen können, weil sie zum Beispiel noch nicht 16 Jahre alt sind. Nicht einmal, wenn sie sehs Jahre lang Taekwon-Do praktiziert haben. Fakt ist allerdings auch, dass die Bedingungen für einen Schwarzgurt oft so hoch sind, dass es für Kinder unmöglich ist, diesen zu erreichen.

 

Hier ist eine Übersicht, wie wir diese Probleme gelöst haben:

Kinder Prüfungssystem

- Kinder erhalten eine Schülerkarte (siehe Bild)

- Je nach Gürtelfarbe müssen sie bestimmte Bedingungen erfüllt haben. Diese sind: Mindestwartezeit zwischen den Prüfungen, Formen, Bruchtest, Kampfübung und ausreichend Punkte zusammen haben.

- Pro Unterrichtsstunde gibt es einen zwei-Punkte Stempel. Hat ein Kind besonders gut mitgemacht, gibt es für diese Stunde drei Punkte. Falls ein Kind mal einen schlechten Tag hatte kann es sein, dass es nur einen Punkt für diese Stunde vergeben wird.

- Für jede vollen drei Punkte, die über der Mindestpunktzahl liegen, erhält der Schüler einen Punkt für die folgende Karte gutgeschrieben.

- Braucht der Schüler nur noch zwei bis vier Punkte bis zum nächsten Gürtelgrad, werden die Eltern mit einem Schreiben darüber informiert.

 

Beispiel: Ein Kind braucht 16 Punkte, einen gesprungenen Sidekick als Bruchtest, die fünf Grundsätze des Taekwon-Do aufzusagen und muss mindestens einen Monat Taekwon-Do gemacht haben. Während der Schüler seine Punkte von Stunde zu Stunde sammelt, kann er sich auch den Stempel für Form, Bruchtest und die Kampfübung einholen. Der Trainer prüft dies vor, nach oder während des Unterrichts. Hat der Schüler alle nötigen Stempel zusammen, erhält er bei der nächsten Gelegenheit den neuen Gürtel verliehen und beginnt eine neue Schülerkarte für den höhren Gürtelgrad.

 

Kinder können auch einen sog. Kinderschwarzgurt bzw. Kinder-Dan erreichen. Dieser unterscheidet sich leicht farblich und durch die Prüfungsbedingungen von einem Jugendschwarzgurt und Erwachsenenschwarzgurt.

 

Kinder lieben und brauchen Transparenz, Fairness und klare Regeln. All das wird den Kindern hierdurch geboten. Auch der Spaß am Sammeln spiegelt sich in den Schülerkarten wieder. Auch aus den Videospielen wissen Kinder, dass wenn man gewisse Anforderungen erfüllt hat und genug Punkte gesammelt hat, man einen Level aufsteigt. Dieses Prüfungssystem ist eine clevere Methode sie motiviert zu halten, indem man ihre Sprache spricht und ihre Welt versteht.

Jugend Prüfungssystem

Ähnlich wie bei den Kindern müssen Jugendliche auch eine Schülerkarte führen und Stempel sammeln. Allerdings findet hier eine einmalige Prüfung statt, nachdem genug Punkte gesammelt wurden. Bei Jugendlichen kann man bereits erwarten, dass sie zum Beispiel Formen, Bruchtest, Kampfübungen und weitere Anforderungen in einer Stunde zeigen und erfüllen können. Auch die Anforderungen sind hier etwas anspruchsvoller als bei Kindern.

 

Jugendliche können einen sog. Jugendschwarzgurt bzw. Jugend-Dan erreichen. Dieser Schwarzgurt hat einen weißen Streifen im Gürtel.

 

Erwachsenen Prüfungssystem

Bei den Erwachsenen wird mehr oder weniger das traditionelle System verfolgt, weil es sich hier bewiesen hat. Hier entscheidet der Schulleiter ganz nach eigenem Ermessen und Erfahrung, wann ein Schüler bereit für eine Prüfung ist.

Hierbei kommen nämlich Faktoren dazu, die nicht messbar sind. Zum Beispiel die individuelle Entwicklung der geistigen und persönlichen Stärke des Schülers. Schließlich geht es hier um den Erwachsenenschwarzgurt in der Kampfkunst bzw. im Martial Arts. Die Philosophie und die Charakterentwicklung spielen hier eine wichtige Rolle.

 

Der Erwachsenenschwarzgurt bzw. der Dan Grad wird persönlich vom Großmeister Kwang, Duk Chung abgenommen. Dies geschieht entweder in den USA oder auf einem von seinen Besuchen in Deutschland.